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Way of Life Herbst 2015 | Ausgabe 11

In dieser Ausgabe des „Way of Life“-Magazins lesen Sie beispielsweise über das animalische Upgrade des VITARA. Über die vielversprechende Rückkehr von Suzuki zum Moto GP. Und darüber, wie sensationell unser Wagon R+ nach mehr als 750.000 gefahrenen Kilometern noch immer in Form ist. Viel Spaß beim Lesen!

UNTERWEGS MIT WAGON R+

UNTERWEGS MIT WAGON R+ KLEINES AUTO MIT GROSSEM HERZ Für die einen ist ihr Auto ein reiner Gebrauchsgegenstand. Andere wiederum hüten es buchstäblich wie ihren Augapfel. Auf Dr. Horst-Gerhard Becker trifft beides zu. Als erfolgreicher Mediziner pendelt er seit Jahren jede Woche 420 Kilometer zwischen seiner Praxis am Zürichsee und seiner oberbayerischen Heimat. Während andere Vielfahrer große SUV oder luxuriöse Limousinen fahren, schwört der begeisterte Jäger auf seinen zwölf Jahre alten Suzuki Wagon R+. Dieser dankt es ihm mit grenzenloser Treue. Und zwar schon seit 750.000 Kilometern. 10 Way of Life

UNTERWEGS MIT WAGON R+ Es ist diese Art von Beziehung zwischen Mensch und Auto, wie sie heutzutage nur noch ganz selten anzutreffen ist. Der gemeinsame Weg von Dr. Horst-Gerhard Becker und seines jagdgrünen Suzuki Wagon R+ begann im Jahr 2003 – genau genommen mit einem Abschied. „Zu dieser Zeit hatte mein damaliges Auto, ein Suzuki Jimny, leider gerade einen Motorschaden“, erinnert sich der in Fridolfing unweit der österreichisch-deutschen Grenze beheimatete Arzt. „Also bin ich auf der Suche nach einem Ersatz nach Traunstein zu meinem Autohändler.“ Als ambitionierter Hobby-Jäger bestand Dr. Becker auf Allradantrieb, also entschied er sich kurzerhand für einen Vorführwagen, der gerade am Hof stand: einen Suzuki Wagon R+ mit 1.3-Liter- Benziner, 76 PS und gerade einmal 8.000 Kilometern auf dem Tacho. „Dass das Auto sogar grün war, nahm ich als gutes Omen“, so Becker, der damals noch nicht ahnte, dass er gerade das Auto seines Lebens gekauft hatte. DER ZWERG, DER KILOMETER FRISST Als vielbeschäftigter Mediziner unterhält Dr. Horst-Gerhard Becker eine Praxis in der Schweiz, wohnt jedoch im oberbayerischen Fridolfing unweit der Stadt Salzburg. „Für mich war es logisch, dass ich für meinen allwöchentlichen Weg bis an den Zürichsee meinen Suzuki nehme. So kam es, dass der kleine Suzuki allwöchentlich seine knappen 900 Autobahnkilometer herunterrollte – und sein Tacho anfing, fleißig Kilometer zu sammeln. „Man muss wissen, dass ich alles andere als ein Raser bin“, so sein Besitzer. „Ob über München oder Innsbruck, meistens schnurrt der Suzuki gemütlich mit 130 km/h, also zwischen 3.000 und 4.000 Umdrehungen, dahin – das schont Nerven und Motor.“ DIE WIEDERGEBURT Damit wäre die Geschichte auch fast schon erzählt – denn außer dem Tausch der üblichen Verschleißteile beschränkten sich die Wartungsarbeiten am Wagon R+ auf regelmäßiges Nachfüllen von Motoröl. „Größere Probleme hatte ich die ersten 375.000 Kilometer nie.“ Dann allerdings wäre es beinahe zum vorzeitigen Beziehungsende zwischen Mensch und Maschine gekommen. „Es begann eigentlich nur mit einer leichten Überhitzung am Motor, wegen der ich auch gleich in eine Werkstatt fuhr. Dort tauschte man die Batterie – dabei war das Thermostat defekt“, ärgert sich Dr. Becker heute noch ein wenig über die Fehldiagnose. Das Resultat: ein kapitaler Motorschaden. DICKE LACK-HAUT GEGEN DEN ROST Damit wäre die Geschichte auch fast schon erzählt – denn außer dem Tausch der üblichen Verschleißteile beschränkten sich Im Vorjahr, also im Jahr 2014, folgte dann die zweite „Herztransplantation“: Nach einem erneuten thermischen Problem folgte Motor Nummer drei, wieder mit 1.3 Litern und 76 PS. Dieser dritte Motor befeuert den Becker’schen Suzuki auch noch heute – in Summe stehen mittlerweile über 750.000 Kilometer auf dem Tacho. „Ich sehe auch keinen Grund, warum ich dieses Spiel nicht weiterhin betreiben sollte, solange es sich auszahlt“, so der 71-jährige Vielfahrer. Und dass es sich auszahlt, steht außer Zweifel: Mit 6,5 Liter Verbrauch – bzw. 7,5 Litern im Winter – sowie keinerlei außerplanmäßigen Reparaturen – mit Ausnahme des Tauschs der Motoren – ist der Suzuki Wagon R+ wohl auch nach modernen Kriterien eines der günstigsten Alltagsautos. Selbst der gefürchtete Rost ist laut Dr. Becker kein großes Problem: „Der Lack ist Suzuki-typisch sehr hochwertig, da hat der Rost nicht viel zu melden. Außerdem fahre ich höchstens ein- oder zweimal im Jahr in die Waschmaschine, das zerkratzt den Lack mit der Zeit zu sehr.“ IM GELÄNDE EIN RIESE So fahren sie heute noch, Dr. med. Horst-Gerhard Becker und sein Suzuki Wagon R+. Und zwar nicht nur auf der Autobahn, sondern auch im Gelände. „Als passionierter Jäger muss ich natürlich auch in die Wildnis. Und gerade im Winter macht es immer wieder Spaß, die teuren und schweren Geländewagen, die im Schnee stecken bleiben, mit einem Lächeln im Gesicht zu überholen.“ In diesem Sinne: Weidmanns Heil! Und auf weitere 750.000 Kilometer. Jeder andere an seiner Stelle hätte wohl ein letztes Mal den Suzuki gestreichelt, hätte Abschied genommen und ein neues Auto gekauft. Nicht so der treue Mediziner aus Oberbayern. „Der Mechaniker meines Vertrauens meinte damals, es gäbe für den Wagon R+ auf Ebay jede Menge Ersatzmotoren – und ersteigerte mir um ein paar hundert Euro tatsächlich in null Komma nix aus Ungarn einen neuen Motor. Dieser war mit 50.000 Kilometern für Suzuki Verhältnisse gerade einmal eingefahren und hielt in weiterer Folge noch zusätzliche 200.000. Way of Life 11

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