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Way of Life Frühling 2016 | Ausgabe 12

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Lernen Sie auch in dieser Ausgabe einen Teil unseres Teams persönlich kennen, und erfahren Sie mehr über das Handling des VITARA S. Dazu kommen wie immer unterhaltsame und spannende Tipps und Hilfestellungen rund um die Suzuki Modelle, wie etwa ein Ratgeber fürs Gelände und wie Sie sich am besten einen schönen Lenz machen können, während Ihr Suzuki beim Frühlings-Check in der Werkstatt steht.

PORTRAIT: KEVIN SCHWANTZ

PORTRAIT: KEVIN SCHWANTZ 58 Way of Life

PORTRAIT: KEVIN SCHWANTZ KEVIN DER GROSSE Wenn die Königsklasse des Motorradsports 2016 endlich nach Österreich zurückkehrt, werden Erinnerungen an jenen Mann wach, der dem Austrian Grand Prix in der goldenen Ära der 500er-WM wie kein anderer seinen Stempel aufgedrückt hat: Kevin Schwantz, Weltmeister 1993 auf Suzuki, gewann im selben Jahr auch den WM-Lauf auf dem Salzburgring – wie könnte es anders sein – vor seinem ewigen Konkurrenten Wayne Rainey. Mehr als 20 Jahre später kann die legendäre Nummer 34 das Rennfahren noch immer nicht sein lassen. Sachsenring, 17. Juli 2015. Anlässlich des 30. Geburtstags der Suzuki GSX-R brachte Suzuki einen ganz besonderen Ehrengast zum letztjährigen Grand Prix von Deutschland: Obwohl Kevin Schwantz nur einmal, im Jahr 1993, die 500-ccm-Weltmeisterschaft gewinnen konnte, bilden sich auch mehr als 20 Jahre später Menschentrauben, sobald der Star auf einer Rennstrecke auftaucht. Denn für seine treuen Anhänger ist „Kevin der Große“ der Beste, ohne Zweifel. Es passt zu Kevin Schwantz, dass er heute geduldig für Selfies posiert. Er war immer schon der direkte Typ, deshalb liebten ihn die Massen. Während Wayne Rainey und Eddie Lawson Runde für Runde so perfekt wie möglich fuhren, war Schwantz der wilde Hund, der immer auf Messers Schneide fuhr, innen reinrutschte und damit selbst die Strohballen an der Piste zu Tode erschreckte. Er war allzu menschlich, keiner dieser Roboter, wie man sie heute immer öfter an den Rennstrecken sieht. Deshalb gewann er auch mehr Grand Prix als Rainey – 25 Siege gegenüber 24 — aber auch nur einen Titel gegenüber Raineys Triple. Schwantz bezahlte einen hohen Preis für seine Tollkühnheit, im Zweifel den Asphalt zu küssen. Und doch kam er besser davon als Wayne Rainey, der im Rollstuhl landete, und Mick Doohan, der von seinen bösen Verletzungen immer noch schwer hinkt. „Ich brach mir eine Menge Knochen, machte mir die Hände und Gelenke mehrfach kaputt“, erzählt einer der wohl talentiertesten Biker aller Zeiten. „Ich habe einmal versucht, alle Brüche zu zählen. Es müssten so um die 40 oder 50 sein.“ Jeder Fan weiß, dass die Karriere von Kevin Schwantz durch die bittere Rivalität zu Wayne Rainey bestimmt war. In dem Moment, in dem Rainey querschnittgelähmt wurde, am Höhepunkt ihrer Schlacht um den WM-Titel 1993, dachte Schwantz sofort ans Zusammenpacken. Das Gespenst von Raineys Verletzung verfolgte ihn, bis er mitten in der Saison 1995 schließlich aufgab – Monate, nachdem er bei Vorsaison-Tests ein weiteres prägendes Erlebnis hatte: „In der Hayshed-Kurve auf Phillip Island ging mir das Vorderrad weg. Ich kugelte über die Strecke, lag schließlich still da und drehte mich um. Da krachte es – und mein Motorrad schlug keinen Meter weit neben mir ein, es fiel wie vom Himmel. Und da durchfuhr es mich wie ein Blitz: Was zum Teufel machst du hier? In Wahrheit brauchte ich nach Waynes Unfall glatte anderthalb Jahre, um zu kapieren, dass ich aufhören musste.“ Heute mit 51 ist Kevin Schwantz nach wie vor der überschwängliche Mensch, der er immer war. Dauernd damit beschäftigt, Leute mit Geschichten aus der guten alten Racing-Zeit, waghalsigen Abenteuern und Grand-Prix-Innenansichten zu unterhalten. Aber er ist heute auch ein aktiver Geschäftsmann. Er führt eine sehr erfolgreiche Racing-School im Barber Motorsports Park – und fährt auch nach wie vor Rennen auf höchstem Niveau: 2013 und 2014 – damals immerhin im Alter von knapp 50 Jahren – gab der Ex-Weltmeister für Suzuki ein Comeback bei den „Acht Stunden von Suzuki“, dem berühmtesten Langstreckenrennen des Jahres neben dem 24-Stunden-Klassiker in Le Mans und dem Bol d’Or. 2014 stand der Texaner sogar als Dritter auf dem Podium. Way of Life 59

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