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Way of Life Frühling 2014 | Ausgabe 8

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Way of Life Frühling 2014 | Ausgabe 8

SuZiPEDia: auto-tEchnik,

SuZiPEDia: auto-tEchnik, lEicht ErklÄrt Die Schutzengel aus der zweiten Reihe ESP, ABS oder EBD – kein modernes Auto kommt heute ohne elektronische Helferlein aus. Der wahre Fortschritt passiert jedoch im Verborgenen: „Passive Sicherheit“ nennen Experten das meisterhafte Zusammenspiel von Aufprallschutz, Knautschzonen, gurtstraffer und airbags, das im Ernstfall leben retten kann. Die Chronologie eines technischen Wunderwerks. „Es ging alles so schnell“, ist wohl der häufigste Satz, den man von Unfallzeugen hört. Gerade einmal 15 bis 20 Millisekunden, also knapp zwei Hundertstelsekunden nach dem ersten Kontakt mit einem anderen Fahrzeug oder einem Hindernis, hat die Bordelektronik ihre entscheidende Aufgabe schon erfüllt. Drei Arbeitsschritte sind erledigt: Zuerst haben sogenannte Beschleunigungssensoren die Kollision registriert. Die Sensoren sitzen im Frontbereich des Fahrzeuges und im Steuergerät das unter der Mittelkonsole angebracht ist und messen die Stärke des Aufpralls. 52 Way of Life

Der Airbag – wenn Luft zum Lebensretter wird Pyrotechnik im Auftrag der Sicherheit Anschließend bewertet die mit den Sensoren verbundene Elektronik, ob es sich um eine leichte oder schwere Kollision handelt, ob also die Sicherheitssysteme aktiviert werden müssen oder nicht. Im Fall einer schweren Kollision erfolgt dann der dritte Schritt: Die Elektronik sendet Impulse an Airbags, Gurtstraffer und weitere Systeme wie die benzinpumpe, die sofort die Spritzufuhr unterbricht, um die Feuergefahr zu reduzieren. 20 bis 30 Millisekunden nach dem ersten Kontakt werden die gurtstraffer und airbags aktiviert – mittels Pyrotechnik. Das elektrische Signal setzt eine Zündpille in Funktion, die dafür sorgt, dass ein festbrennstoff abgebrannt wird. Das entstehende Gas füllt die Airbags. Nach 25 Millisekunden treten die gurtstraffer in aktion, es folgt der fahrerairbag und als letztes – aufgrund der Größe – der Beifahrerairbag. Nach maximal 35 Millisekunden sind die Frontinsassen nun bereits durch die wichtigsten Sicherheitssysteme geschützt. Nach 35 bis 40 Millisekunden bewegen sich dann die Oberkörper der Insassen nach vorn. Millisekunden entscheiden über Leben und Tod Im Zeitraum von 50 Millisekunden nach dem ersten Kontakt gibt es bereits stärkere Deformationen im Vorderwagen: Motor und Achse bewegen sich nach hinten. Bei 120 bis 150 Millisekunden erreicht der Oberkörper seine maximale Vorlagerung, zu diesem Zeitpunkt sind die Insassen also der größten Belastung ausgesetzt. Deshalb spricht nun der Gurtkraftbegrenzer an, der zum Zeitpunkt der höchsten Kompression den Gurt etwas löst, um Brustkorbverletzungen zu vermeiden. Der Seitencrash unterscheidet sich vom Frontalaufprall vor allem dadurch, dass die Knautschzone sehr viel kleiner ist. Deshalb muss das Sicherheitssystem in diesem Fall sehr viel schneller reagieren, um die Airbags rechtzeitig auszulösen. Bereits sieben bis zehn Millisekunden nach dem ersten Kontakt sprechen die Sensoren in der B-Säule des Fahrzeugs an. Die Elektronik entscheidet auf Grund der Beschleunigungswerte, ob wirklich Gefahr droht oder nur die Tür zu fest zugeschlagen wurde. Sensibles Sicherheitssystem Ein moderner Airbag ist weitaus mehr als nur ein mit Luft gefüllter Nylonsack. Das hochsensible Sicherheitssystem umfasst auch einen Gasgenerator, ein Steuergerät und Crashsensoren. Letztere sind zum Teil im Steuergerät eingebaut, zum Teil als Satellitensensoren im Fahrzeug verteilt. Die Beschleunigungssensoren sind immer doppelt verbaut – nur wenn beide unabhängig voneinander eine entsprechende Verzögerung melden, wird der Airbag ausgelöst. Aufgrund der Daten der Sensoren entscheidet das Steuergerät, ob eine Auslösung notwendig ist und welche Airbags und Zusatzsysteme aktiviert werden müssen. In jeder Fahrzeugklasse üblich sind heute Fahrer- und Beifahrerairbag. Dazu kommen Seitenairbags, die sich innerhalb von 20 Millisekunden zwischen Sitz und Türverkleidung entfalten und das Verletzungsrisiko bei einem Seitenaufprall reduzieren. Kopf-Seitenairbags sollen eine Berührung mit Seitenscheibe, B-Säule oder eindringenden Gegenständen verhindern, während Knieairbags ein Aufschlagen der Schienbeine auf das Armaturenbrett und das Durchrutschen des Passagiers unter dem Sicherheitsgurt verhindern. Way of Life 53

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