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Suzuki Way of Life Magazin Herbst 2019

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Interview In der Welt

Interview In der Welt der Scheiben zählen nur Volltreffer Österreichs Nummer eins der Skeetschützen nimmt einen neuen Anlauf zu Olympia. Suzuki Austria unterstützt Sebastian Kuntschik dabei tatkräftig. Interview: Gerhard Kuntschik. Es gibt im Leben eines Journalisten viele Begegnungen, viele Interviews. Manche sind spannend, manche nur interessant, manche informationsarm. Aber ein Interview mit dem eigenen Sohn, auch wenn er Spitzensportler ist? Das ist doch einzigartig. Als Suzuki Austria Pressesprecherin Astrid Pillinger den Vorschlag zu diesem Interview für „Way of Life“ machte, brauchten wir nicht lang nachzudenken. Und versuchten ein ernsthaftes Gespräch von Mann zu Mann, von Vater zu Sohn – wobei am schwierigsten war, einen passenden Termin zu finden. Dass junge Burschen Fußballer, Skifahrer oder Eishockeyspieler werden wollen oder von einer Motorsportkarriere träumen, ist ja nicht ungewöhnlich. Aber wie kommt einer wie du zum Schießen, Disziplin Olympisch Skeet, was früher einmal Tontaubenschießen hieß, worunter sich viele etwas mehr vorstellen können? Ganz einfach: Durch einen Bekannten, und der einzige Schießplatz weit und breit ist von mir nur wenige Kilometer entfernt in Weitwörth. Ich schaute dort einmal zu und fragte bald, ob ich das auch probieren könnte. Das machte ich auch, und es machte Spaß. Und dann bleibt man halt dabei. Wie alt warst du damals? Zwölf. Mit 13 begann ich mit regelmäßigem Training. Jugendliche und eine Waffe? Das wird doch oft kritisiert, hattest du nie Bedenken? Überhaupt nicht. Im Gegenteil: Beim Schießsport lernst du den sicheren Umgang mit der Waffe zuerst. Sicherheit ist bei uns das Wichtigste. Wie lang dauerte es bis zum Antreten in der internationalen Elite? Ich hatte nach dem Beginn eine Pause von zwei Jahren, hatte zuvor aber schon 2005 bei einer Junioren-WM teilgenommen. Dann begann ich wieder mit regelmäßigem Training. 2010 kam ich ins Nationalteam, wurde erstmals für die WM in München nominiert und wurde auf Anhieb bester Österreicher. Da hatte ich aber den Vorteil, den Münchner Stand von vielen Trainings dort gut zu kennen. Du hast studiert, und mittlerweile hast du auch einen Job. Ist der Sport nun Hobby oder betreibst du ihn professionell? Also Hobby ist das keines. Auch wenn ich nicht vom Sport leben kann, ich sage trotzdem: Ich mache das zumindest semiprofessionell. 46 Way of Life

Wie oft trainierst du und mit welchem Aufwand? Zwischen zwei und vier Mal in der Woche. Der Aufwand ist sehr groß, weil ich oft nach München trainieren fahre oder sogar nach Leobersdorf (NÖ) in unser Leistungszentrum, wo auch die meisten Kurse und Trainingslager stattfinden. Das sind nach München rund 320 Kilometer hin und retour und nach Leobersdorf rund 700, aber du hast ja ein verlässliches Auto … Stimmt. Dank des Entgegenkommens von Suzuki Präsident Helmut Pletzer bin ich in einem VITARA gut unterwegs: sparsam, flott und vor allem praktisch, denn der große Kofferraum ist für meine Ausrüstung perfekt. Ich komme so auf rund 25.000 Kilometer im Jahr. Wie geht sich dieser Sport finanziell aus? Was musst du zuschießen? Wer unterstützt dich außer Suzuki Austria? Da gibt es natürlich Unterstützung vom österreichischen Verband ASF und dem Salzburger Landesverband, die für die Wettkampfkosten bei internationalen Einsätzen aufkommen. Trainings und nationale Wettkämpfe bestreite ich überwiegend aus eigenen Mitteln. Dann die Landessportorganisation mit Walter Pfaller an der Spitze und natürlich meine Eltern. Im Training hilft mir Bundestrainer Josef Hahnenkamp, der vor mir der letzte österreichische Skeetschütze bei Olympia war, 1992 in Barcelona. Du kommst gerade von der WM in Lonato (Gardasee) zurück, wo du Platz 41 unter 130 Schützen belegt hast. Wie wart ihr, Teamkollege Martin Feilhammer und du, dort betreut? Wir sind unser eigenes Zweimannteam. Kein Trainer, kein Masseur, kein Arzt, kein Coach. Aber wir klagen nicht, wir sind das seit Jahren gewohnt. Der Verband bekommt für eine professionelle Betreuung die Mittel nicht. Wir machen halt das Beste daraus. Martin und ich sind schon eingespielt. Mit Platz 41 warst du wohl nicht zufrieden? Nein, überhaupt nicht. Es wäre eigentlich sehr gut gelaufen, ich machte aber in jeder der fünf Runden einen dummen Fehler. An einem perfekten Tag hätte ich die nicht gemacht, dann wäre ich sicher ganz vorn dabei gewesen. (Anm.: Fürs Finale der besten sechs waren 123 Scheiben nötig, Sebastian schoss 119). Da sind nur Kleinigkeiten, aber die entscheiden, ob du vorn oder im Mittelfeld bist. zwölf und wurde dort Achter bzw. Zehnter sowie die Qualifikation für die ersten European Games in Baku. Olympia ist der Traum jedes Sportlers. Wie waren deine Eindrücke in Rio? Ein tolles Erlebnis – sowohl das ganze Drumherum als auch der Wettkampf selbst. Man muss dazusagen: Für Europäer gibt es bei Olympia 17 von 32 Startplätzen, um die Dutzende Spitzenleute kämpfen. Das ist anders als in Sportarten, in denen Verbände ihre Kontingente voll ausschöpfen können. Eine Olympiateilnahme in einem Nischensport wie unserem, das ist einfach speziell. Warum schießen in jedem Weltcup über 100, bei der WM über 130 Schützen, bei Olympia aber nur 32? Weil bei Olympia so viele Sportarten auftreten, dass das Programm gestrafft und möglichst schnell durchgezogen werden muss. Daher ist die Weltelite in unserem Sport bei Olympia nie vollzählig. Das IOC sagt ja, die Spiele müssen „günstiger“ werden, und gespart wird zuerst bei den Aktiven. Erzähle uns über deine nächsten sportlichen Ziele – 2020 ist ja schon wieder Olympiajahr … Nach dem Weltcup in Lahti (Finnland) kommt die EM im September ebenfalls in Lonato, wo es zwei Quotenplätze gibt. Und 2020 zählen auch noch zwei Weltcups und die EM als Olympiaqualifikation. Dazu kommt ein Quotenplatz über die Weltrangliste (Sebastian ist derzeit 21. unter 126, Anm.). Das heißt, bis 2020 wird es noch mit Vollgas weitergehen. Im Moment sieht es eher so aus, dass danach mit der internationalen Karriere Schluss sein wird. Es wartet ein Familienbetrieb auf mich. Was fehlt dir zur absoluten Weltspitze? Da müsste ich Vollprofi sein. Wie z. B. die Bundeswehrangehörigen unter den Deutschen, die Polizisten unter den Tschechen, die Förster unter den Italienern, denen die staatlichen Arbeitgeber ein Vollprofitum ermöglichen. Oder man müsste Sohn eines Scheichs sein. Unter meinen Konkurrenten sind einige Prinzen aus dem Orient. So wie auch der Katarer Nasser al-Attiyah, der nicht nur im Skeet eine Olympiamedaille gewann, sondern auch die Rallye Dakar. Was musst du ändern? Noch mehr trainieren. Und mental stärker werden. Grundsätzlich kannst du jede Scheibe treffen, aber im Wettkampf kann auch viel passieren. Es passiert häufig, dass einer einen Weltcupbewerb gewinnt und im nächsten Fünfzigster wird. Was waren deine herausragendsten Ergebnisse bisher? Der Höhepunkt war sicher der Weltcup in Gabala, Azerbaidschan, 2015, in dem ich mich durch Platz zwei für Olympia in Rio qualifizierte. Ich unterlag im Shoot-off um den Sieg nur dem zweifachen Olympiasieger Vincent Hancock aus den USA. Am zweiten Wettkampftag machte ich nur zwei Fehler im Stechen um den Sieg. Dann war das erste Podium beim Weltcup in München 2014 sehr gut, Platz drei mit 123 von 125 Scheiben, das war mein erster österreichischer Rekord. Ich schaffte auch zwei Mal das Weltcupfinale der besten Way of Life 47

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